Farbstiche: Experimente mit Redscale

Gegenlicht II in Redscale

Redscale-Film mit seiner extremen Farbverfälschung reizt mich irgendwie schon länger. Da ich aber keine Lust hatte, Lomographen-Preise zu zahlen, und etwas Bastelei zwischendurch auch mal Spaß macht, habe ich mir im Fotogeschäft gegenüber ein paar billige Kodak ColorPlus 200 gekauft und diese auf links gezogen. Anleitungen dafür gibt es überall im Netz. Erfordert kein großes Geschick und ist in ein paar Minuten erledigt.
Da der Film nun durch den Träger belichtet wird, gilt die Nennempfindlichkeit nicht mehr. Um welchen Faktor sich die Empfindlichkeit ändert, kann man nicht so einfach sagen. Weiterhin bestimmt sich die Belichtung die Ausprägung des Farbstichs: bei Unterbelichtung dominiert ein starker Rotstich, je länger man belichtet desto schwächer wird dieser. Ich habe diesen Film in meiner Yashica Electro 35 GX bei ISO 100 verwendet und Belichtungsreihen von 0, +1, -1 EV gemacht.
Die Entwicklung des Films in einem lokalen Photogeschäft war überhaupt kein Problem. Zwar hatte ich vorsichtshalber bescheid gesagt, dass der Film mit einem Stück Tesa in dem Filmkanister befestigt ist, aber das scheint für die Maschinenentwicklung kein Problem zu sein.
Insgesamt hat mir der Redscale Film mir sehr viel Spass gemacht. Den Reiz macht dabei die Unberechenbarkeit des Films aus. Bis ich mir die Scans der Negative angeschaut habe, hatte ich keine Ahnung wie die Bilder herausgekommen könnten. Beim Betrachten der Belichtungsreihen muss ich sagen, dass der umgekehrte Kodak ColorPlus eher eine Empfindlichkeit von ISO 50 als ISO 100 hat. Mit zwei Blenden Überbelichtung im Vergleich zur Nennempfindlichkeit von ISO 200 hat der Film eine gute Zeichnung in den Schatten und eine interessante Farbwiedergabe. Aber auch das ist nur ein Anhaltspunkt – wegen der Unberechenbarkeit des Redscale-Films können da nur Belichtungsreihen Abhilfe schaffen.

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Comments

  • Rainer Büsching 28. Juli 2013 Antworten

    Hallo David! Mir gefallen die Farben. Jetzt bereue ich doppelt, dass ich meine EOS 300 verkauft habe (alle meine Objektive würden passen, so ein Jammer).

    Ich habe früher auch s/w in der Dunkelkammer entwickelt. Ich kann mir vorstellen, dass man auch ganz im Dunklen den Film herausziehen, abschneiden, herumdrehen, mit Tesa wieder festkleben und einrollen kann. Oder hast Du eine extra Lampe benutzt, die den Film nicht belichtet?

    • dwitte 28. Juli 2013 Antworten

      Hallo Rainer! Wenn man Freude am Basteln und Experimentieren hat, ist Redscale wirklich eine tolle Sache (hat meine Freundin auch dazu gebracht ihre SLR wieder rauszukramen).

      Im Prinzip sollte es auch funktionieren, wie du es beschrieben hast – allerdings muss die Sache in kompletter Dunkelheit geschehen, da der Film im Gegensatz zu Fotopapier empfindlich für alle Wellenlängen des sichtbaren Lichts ist. Ich würde befürchten, dass es sehr frickelig wird. Ich hatte eh eine leere Dose übrig, daher habe ich die Lasche am Anfang des Films abgeschnitten und dann umgekehrt an den Rest aus der leeren Dose geklebt. Das Umspulen habe ich dann in kompletter Dunkelheit im Wechselsack gemacht.
      Viele Grüße,
      David

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