Altnau revisited

Dynamischer Sonnenuntergang: Da es in Altnau am Landungssteg in Richtung der untergehenden Sonne keinen geeigneten Vordergrund gab, habe ich mich kurzer Hand mit Stativ und Kamera ins Wasser begeben und den leichten Wellengang in den Bildaufbau mit einbezogen.

Obwohl ich schon letztes Jahr einmal zum Fotografieren in Altnau am Bodensee war und dieser Ort auch sonst ein beliebtes Ziel von Fotografen aus der Bodensee-Region ist, habe ich mich zusammen mit Harry, Ruslan und Stefan noch einmal dorthin zum Fotografieren aufgemacht. Beim letzten Mal war ich dort, um Sternenspuren zu fotografieren, aber die Bilder, die ich während des Sonnenuntergangs – beim Warten auf die Dunkelheit –  gemacht habe waren, waren wesentlich besser als die Star Trails. Daher war der Plan diesmal, schon früher am Abend in Altnau anzukommen und Bilder während des Sonnenuntergangs und der Dämmerung vom Bootsanleger aus zu machen. Leider waren die Ausgangsbedingungen nicht optimal für spannende Sonnenuntergangsbilder: keine Wolken am Himmel, die die letzten Strahlen der untergehenden Sonne reflektieren könnten, und sehr viel Dunst über dem Wasser. Doch färbte sich der Dunst während des Sonnenuntergangs tief rot und ermöglichte so einige schöne Tele-Aufnahmen der Silhouette von Konstanz – ungefähr 10 km Luftlinie entfernt von dem Landungssteg in Altnau.

Weiterhin hatte ich auf unserer kleinen Foto-Safari mal wieder eine Gelegenheit, etwas mit meinem Graufilter herum zu experimentieren. Ich trage schon länger den Plan mit mir herum, Langzeitbelichtungen in der belebten Konstanzer Altstadt zu machen, und dabei die Belichtungszeit so zu wählen, dass bewegte von unbewegten durch die Bewegungsunschärfe separiert werden. Bis jetzt hat mir jedoch der Mut gefehlt, mich mit Kamera und Stativ ins Gedränge zu stürzen. Das Bild „Passanten“ bildet also einen ersten, zaghaften Versuch in Richtung Realisierung dieses Projekts.

Eine kleine Herausforderung für die Bildgestaltung ergab sich daraus, dass es in Richtung der untergehenden Sonne keinen offensichtlichen Vordergrund für Weitwinkelaufnahmen gab – ohne diesen wirken Aufnahmen mit kurzer Brennweite oft flach und langweilig. Wenn man keinen Vordergrund hat, muss man sich eben einen machen. Wegen des hohen Wasserstands des Bodensees waren die obersten Steine der Mole überspült. Deswegen bin ich kurzer Hand ins Wasser gestiegen und habe Wellen und Steine als Vordergrund verwendet. Die Belichtungszeit habe ich so gewählt, dass durch die Bewegungsunschärfe die Dynamik des Wassers unterstrichen wird (in diesem Fall 1/8).

Insgesamt war Altnau definitiv einen zweiten Besuch wert. Mit seinem langen, schönen Landungssteg (übrigens der längste am Bodensee) mit direktem Blick auf Konstanz auf der einen Seite und die österreichischen Alpen auf der anderen Seite (bei gutem Wetter) bietet diese Location eine Vielzahl an unterschiedlichen Motiven. Altnau als Photolocation kann ich nur wärmstens empfehlen.

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