Friedrichshafen – analog

Mitte Oktober waren wir zu Besuch bei den Schwiegereltern in Friedrichshafen. Zwar nicht Konstanz, aber durch den Bodensee kamen ordentlich Heimatgefühle auf. Da das Wetter – ganz Bodensee untypisch für die Jahreszeit – fast sommerlich war, haben meine Frau und ich kurzerhand die Kinder bei den Großeltern abgeladen und haben uns einen gemütlichen Nachmittag an der Uferpromenade gemacht – die analogen Spiegelreflex war auch dabei.
Man könnte meinen, das Thema Bodensee sei aus photographischer Sicht ausgeschöpft. Viele Touristen, viele Hobbyphotographen, viele Postkarten-Motive. Zumindest gefühlt war jeder Zweite auf der Friedrichshafener Uferpromenade mit einer Kamera unterwegs.
Und trotzdem: die Bodensee-Region spricht mich mit all ihrer Schönheit in jeder Hinsicht an. Seit es mich nach 10 Jahren am Bodensee wegen meines Jobs von Konstanz nach München verschlagen hat, vermischt sich nun die Begeisterung mit Nostalgie und so etwas wie Heimweh. Heimweh zu einem Ort, an dem man nicht mehr zu Hause ist. Nach meinem Umzug bin ich einige Male am Bodensee gewesen und es ist jedes Mal seltsam schön. Die Orte sind vertraut, ich kenne mich aus, immer mal wieder trifft man einen Bekannten auf der Straße und abends bin ich mit Freunden, die ich seit Jahren kenne, auf ein Bier verabredet. In solchen Situationen könnte ich fast vergessen, dass ich weggezogen bin. Alles ist so vertraut und wie früher. Aber dann bleibt da noch die Tatsache, dass jemand anderes in unserer Wohnung wohnt. Und ich in einem Hotelzimmer. Eine fast schizophrene Situation. Als Tourist in der Heimat. Und das spiegelt sich für mich irgendwie in den Bildern wider.

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