Pentax MZ-M Review

Meine absolute Lieblings-Kleinbildkamera ist meine Pentax LX, aber leider ist zumindest mein Exemplar nicht die zuverlässigste Kamera. Da meine LX den größten Teil dieses Jahres bei Kamerazeit zur Reparatur war und ich keine andere Kleinbildkamera hatte, kam ich zu dem Entschluss, dass ich einen Ersatzbody gebrauchen könnte.

Warum ich dachte, die Pentax MZ-M wäre eine gute Wahl

Alle meine Kleinbildobjektive sind Pentax K-Bajonett Objektive – also war von Anfang an klar, dass ich bei diesem Kamerasystem bleiben würde. Kameras mit K-Bajonett gibt es seit 1975 – und entsprechend groß ist die Auswahl. Das Problem mit den Kameras, die ich bis jetzt – meist günstig, auf eBay und über 30 Jahre alt – gekauft hatte, war, dass sie alle die eine oder andere Macke hatten, die die Funktion mehr oder weniger einschränkte. Und genau das wollte ich verhindern. Ich wollte eine zuverlässige, günstige Kamera. Um die altersbedingten Verschleißerscheinungen auszuschließen, beschränkte sich Auswahl für mich auf die neueren, analogen Pentax-Kameras.
Weil meine meisten Objektive manuell fokussiert werden müssen, war ein weiteres Kriterium, dass die Kamera über eine Fokussierhilfe wie einen Schnittbildindikator verfügt. Und da wird die Auswahl schon kleiner. Eigentlich erfüllt nur die Pentax MZ-M alle meine Kriterien.
Die Pentax MZ-M wurde 1997 als einzige manuelle Kamera in einer Produktlinie von Autofokus-Kameras vorgestellt und als Nachfolger der legendären Pentax K1000 beworben. Also genau das, was ich wollte.

Der erste Eindruck

Der erste Eindruck war eine Überraschung: im Gegensatz zu den scheinbar unverwüstlichen Metallkonstruktionen der 70er und frühen 80er Jahre ist die Pentax MZ-M komplett aus Plastik – sogar das Bajonett. Dadurch ist sie um einiges leichter als alle meine anderen Kameras, wirkt aber zu gleich auch sehr zerbrechlich. Doch überraschender Weise ist die Kamera zeimlich robust udn liegt die Kamera auch mit schweren Objektiven wie dem FA* 1/1.4 85 mm sehr gut und ausbalanciert in der Hand.
Was die Funktionen angeht, bietet die Kamera alles, was ich zum Photographieren benötige: einen Belichtungsmesser, Blendenvorwahl, Exposure Lock und Belichtungskompensation. Sogar über Zeitvorwahl und einen Programm-Modus verfügt die MZ-M (habe ich beides nie benutzt). Nach dem ersten Schock über das Plastik-lastige Design war ich wegen der vielen Funktionen doch der Überzeugung, dass ich die richtige Wahl getroffen hatte.
Eine Funktion, die mich am Anfang einige Überwindung kostete, dass nötige Vertrauen aufzubringen, ist das automatische Einspulen. Bei der Pentax MZ-M muss man laut Bedienungsanleitung nur den Film einlegen und die Anfangslasche bis zur Aufnahmespule vorziehen. Den Rest erledigt die Kamera. So die Theorie.
Seit mir Fehler beim Einlegen des Films in andere Kameras unterlaufen sind, überprüfe ich immer an der Bewegung des Rückspulhebels, ob der Film korrekt eingelegt ist. Bei der MZ-M ist dies wegen des fehlenden Rückspulhebels nicht möglich. Also verlangte mir die Kamera einiges an Vertrauen ab. Bis zum Entwickeln des Films blieb der nagende Zweifel, ob der Film auch wirklich korrekt eingespult wurde. Zu meiner Überraschung funktioniert des automatische Einspulmechanismus sehr zuverlässig und meine Sorgen erwiesen sich als unbegründet.

Details der Pentax MZ-M

Wahlrad für Belichtungszeiten, Auslöser und LCD Display

Details der Pentax MZ-M

Wahlrad für die Belichtungskorrektur. Mit diesem Steuerelement kann auch die DX Kodierung des Films überschrieben werden.

Pentax MZ-M mit SMC Pentax FA* 1:1.4 85 mm

The odd couple: die Pentax MZ-M mit FA* 1:1.4 85 mm. Trotz des großen Gewichtunterschieds (360 gr Kamera und 550 gr Objektiv) liegt die Kombination gut und ausbalanciert in der Hand.

Warum die Pentax MZ-M doch nicht die richtige Wahl ist

Beim Photographieren mit der MZ-M wurde sehr bald mein größtes Problem mit dieser Kamera offensichtlich: der Sucher. Durch den recht kleinen Sucher ist das Fokussieren in widrigen Situation oft schwierig und mühsam. Im Vergleich zu den anderen analogen Pentax-Kameras, die ich verwendet habe, ist der Sucher mit einer Vergrößerung von 0.77x recht klein – für mich zu klein zum manuellen Fokussieren. Der Sucher erweckt den Eindruck, dass einfach eine der Autofokus-Kameras der MZ-Serie als Grundlage genommen wurde, der Autofokus weggelassen wurde und der Kamera eine Mattscheibe mit Schnittbildindikator und Mikroprismenring spendiert. Das Problem ist, dass man so nicht unbedingt, eine Kamera erhält, die sich gut zum manuellen Fokussieren eignet.
Nach dem Entwickeln und Scannen der ersten Filme bekam ich den Beweis durch meine Photos. Manuelles Fokussieren war mit meinen anderen analogen Kameras nie ein Problem und fehlfokussierte eine große Ausnahme. Bei der Pentax MZ-M zeigte sich leider, dass unter widrigen Bedingungen wie schlechtem Licht oder weit offener Blende fehlfokussierte Bilder die Regel waren.
Als weitere Problemquelle erwies sich das motorisierte Zurückspulen des Films. Ich verwende Ilford HP5+ als Meterware, den ich auf wiederverwendbare Filmcontainer aufspule. Und anscheinend kommt die MZ-M mit diesen Filmcontainern nicht zurecht. Mittlerweile ist es zweimal passiert, dass die Kamera den vollgeschossenen Film nicht komplett zurück in den Kanister gespult hat. Da die Kamera trotzdem anzeigt, der Film wäre vollständig zurückgespult, habe ich beim ersten Mal die Kamera geöffnet und somit den Film ruiniert.
Die Pentax MZ-M bietet alle Funktionen, die ich in einer Kamera benötige, doch ist der schlechte Sucher mit den vielen fehlfokussierten Photos ein KO-Kriterium für mich. Ein heutiger Besuch auf dem Laimer Hofflohmarkt hat die Suche nach einem analogen Zweitbody – zumindest vorerst – beendet: ich habe eine Ricoh KR-10 Super als Ersatz für die MZ-M erstanden.

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