Nach China und zurück – Teil 3

Nach vier Tagen in Peking ging es für mich dann weiter auf eine Konferenz nach Dalian im Nordosten Chinas. Ich muss zugeben: vor meiner Geschäftsreise ins Reich der Mitte hatte ich noch nie von dieser 6-Millionen-Metropole gehört, die dem Wikipedia-Eintrag zufolge die Stadt mit der höchsten Lebensqualität in China sein soll. Und trotzdem ist mir der Name der Stadt noch nie zuvor begegnet. Es ist für mich immer wieder aufs Neue überraschend bis erschreckend, wie viele Großstädte mit Millionen an Einwohnern es in China gibt, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Zu mindestens für Dalian hat sich das durch meinen China-Trip geändert.
Auf jeden Fall ging es für mich mit dem Flugzeug von Peking nach Dalian. Eine Besonderheit der Chinesen, die ich während meiner zwei Wochen sehr zu schätzen gelernt habe, ist, dass es vollkommen akzeptiert ist (und auch viel praktiziert wird), jegliche Wartezeit zum Schlafen zu nutzen. So ist es völlig normal, dass die Zeit im Taxi oder Flugzeug von allen Mitreisenden zum Schlafen genutzt wird. Da ich eh öfters mal müde bin und auch eigentlich keine Probleme mit dem Einschlafen habe, kamen mir die lokalen Gepflogenheiten sehr entgegen.

Konferenzzentrum Dalian

Das „Dalian International Conference Center“ im Morgenlicht

Angekommen in Dalian offenbarten mir meine Geschäftspartner erst einmal, dass die Konferenz nicht wie von mir angenommen am nächsten Tag, sondern am übernächsten beginnen wird. In jedem anderen Land hätte ein freier Tag bedeutet, dass ich Gelegenheit habe, die Stadt zu erkunden. Doch durch die extreme Gastfreundschaft in China passiert es selten, dass man alleine ist. So standen während meines gesamten Besuchs neben meinen Geschäftsterminen auch immer Einladungen zum Essen oder kleine Sightseeing Touren in Begleitung meiner chinesischen Geschäftspartner auf dem Plan. Da ich mir aber fürs Photographieren gerne sehr viel Zeit lasse und dabei am liebsten unbeobachtet bin, bot mir die China-Reise aus photographischer Sicht nicht viele Gelegenheiten. Der freie Tag in Dalian eröffnete mir da die willkommene Möglichkeit, mal alleine einen kleinen Spaziergang mit Kamera und Reisestativ zu machen. Zwar hatten mir meine chinesischen Begleiter angeboten, etwas mit mir zu unternehmen, waren jedoch nicht traurig als ich vorgab, die Zeit lieber zum Erholen auf dem Hotelzimmer nutzen würde. Doch statt mich auszuruhen, habe ich mich mit meiner Kamera zu einem kleinen Spaziergang aufgemacht. Moralisch vielleicht etwas verwerflich, aber die einzige Weg in Ruhe etwas photographieren zu können.

Hafen von Dalian

Farbkontrast: Straßenkehrer und Leuchtturm

Schon im Vorfeld hatte ich mich etwas über Dalian und mögliche Photo-Locations erkundigt und das Konferenzzentrum als mögliche Anlaufstelle auserkoren. Also habe ich mich dorthin aufgemacht und ein paar Bilder von dem wirklich sehr imposanten Bau gemacht. Da mich das vom Architekturbüro Coop-Himmelblau geplante „Dalian International Conference Center“ sehr beeindruckt hat, beschloss ich, zur blauen Stunde noch einmal wieder zu kommen und das beleuchtete Konferenzzentrum abzulichten. Weiterhin möchte ich noch das Bild von einem Straßenkehrers am Hafen Dalians zeigen, bei dem mir der farbliche Kontrast zwischen der Arbeitskleidung, dem Meer und dem Leuchtturm gefällt. Nachdem ich die Umgebung etwas erkundet hatte, habe mich auf den Rückweg ins Hotel gemacht und mich doch noch ein wenig ausgeruht.

Sonnenuntergang über dem Hafen von Dalian

Sonnenuntergang über dem Hafen von Dalian

Das Ufo: Das Konferenzzentrum vor der Skyline Dalians

Das Ufo: Das Konferenzzentrum vor der Skyline Dalians

Am frühen Abend habe ich mich also noch einmal zum Konferenzzentrum gemacht, um das Gebäude während der Blauen Stunde zu photographieren. Da ich wieder einmal viel zu früh an der Location war, hatte ich noch Zeit, den Sonnenuntergang über dem Hafen von Dalian zu fotografieren, bevor ich mich den Nachtaufnahmen des Konferenzzentrums und der umliegenden Gebäude gewidmet habe.
Nach dem Sonnenuntergang ging es mit der Dämmerung sehr schnell voran und das Licht änderte sich laufend. Erschwerend bei den Aufnahmen des Konferenzzentrums zeigte sich, dass sich die Beleuchtung die Farbe wechselt. So muss man den Zeitpunkt so abpassen, dass man durch die lange Belichtungszeit keinen Farbübergang erwischt. Angefangen habe ich mit einem Bild, dass ich mir schon bei meinem morgendlichen Spaziergang vor dem inneren Auge zurecht gelegt hatte: ein Panorama des Gebäudes vor der Skyline des nächtlichen Dalian. Als Zweites habe ich das Bild der Vorderseite vom Morgen noch einmal mit der nächtlichen Beleuchtung wiederholt.
Bevor ich mich dann auf den Rückweg ins Hotel zum Abendessen mit den Kollegen gemacht habe, habe ich mich noch an einer Aufnahme des Verkehrs vor zwei Hoteltürmen versucht – in meinen Augen das beste Bild des Tages. Da die Straße am frühen Abend wenig befahren war, musste ich einige Zeit warten, bis ein Auto so durch den Vordergrund für wie ich es mir vorgestellt hatte.

Das beleuchtete Konferenzzentrum

Das beleuchtete Konferenzzentrum

Dalian bei Nacht

Dalian bei Nacht

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