Warschau

Panorama deeWarschauer Schlossplatz

Nach einem aus fotografischer Sicht weniger erfolgreichem Trip nach Ljubljana in der Vorwoche ging es am 10.3. nach Warschau. Mein Flug aus München war zwar so pünktlich, dass ich passend zur blauen Stunde mit meiner Fotoausrüstung in Warschau unterwegs war. Als schwierig stellte sich die Entscheidung, welche Location ich als erstes ansteuern sollte. Nach etwas hin und her überlegen habe ich mich dann für den Warschauer Kulturpalast entschieden – was sich leider als Fehler entpuppte. Der Kulturpalast ist ohne Frage ein Bauwerk, trotzdem hatte ich Probleme einen spannenden Blickwinkel zu finden. Die Tatsache, dass die Dämmerung bereits angebrochen war und ich somit etwas unter Zeitdruck stand, war der Lösung des Problems wenig zuträglich. Unverrichteter Dinge und enttäuscht über den Fehlschlag machte ich mich auf die Suche nach einem Restaurant für ein Abendessen und ein Bier.
Mit der Stärkung im Bauch gelang es mir dann auch, dem Drang, den Rest des Abends vor dem Fernseher im Hotelzimmer zu verbringen, zu widerstehen. Als Plan B für diese Foto-Tour hatte ich mir schon im Vorhinein die Warschauer Altstadt ausgesucht. Schon auf dem Weg dorthin fielen mir kleine Schreine mit Kerzen und Portraits vom verstorbenen Präsidenten Lech Kaczynski auf. Am Schlossplatz angekommen, musste ich feststellen, dass sich dort eine Menschenmenge versammelt hatte, um für oder gegen etwas zu demonstrieren. Die große Zahl an polnischen Flaggen ließ mich einen nationalistischen Hintergrund vermuten. Um nicht unnötig in Bedrängnis zu geraten, beschloss ich, nur in sicherem Abstand zu den Demonstranten zu fotografieren.
Gerade als ich mein Stativ und Kamera aufgebaut hatte, bemerkte ich zu meinem Erschrecken, dass die Menschenmenge sich zu einem Protestmarsch in Bewegung setzte – genau in meine Richtung. Da sich die Distanz zu den Demonstrierenden rapide verkürzte, musste ich schnell entscheiden, ob ich meine Sachen packen sollte oder mutig sein. Ich fasste mir ein Herz und blieb. Als die Demonstranten mich erreichten, stellten sich meine Sorgen als völlig grundlos heraus. Die Menschenmenge bestand ausschließlich aus Rentnern, die mich stoisch ignorierten. Wohl die polnische Antwort auf die „Alternative für Deutschland“. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich mutig war, da dieses Bild dabei herauskam:

Demonstration in Warschau

Demonstration

Bei meinem Termin am nächsten Morgen habe ich mich nach der Demonstration erkundigt und mir wurde erklärt, dass Verschwörungstheoretiker am Zehnten jedes Monats demonstrieren, um neue Untersuchungen zu „Attentat“ auf Kaczynski zu fordern.
Nachdem die Demonstranten weitergezogen waren und der Platz leer war, habe ich die Gelegenheit genutzt, um noch Aufnahmen des Schlossplatzes und der Sigismundsäule zu machen.

Sigismundsäule auf dem Warschauer Schlossplatz

Sigismundsäule

Panorama des Warschauer Schlossplatz

Schlossplatz

Vom Schlossplatz ging es weiter in die eigentliche Altstadt von Warschau. Offenbar wurde in Teilen Warschaus vergessen, die Weinachtsdekoration zu entfernen: Auf einem Platz in der Altstadt befinden sich auch Mitte März noch weihnachtliche Lichterketten und eine Eislaufbahn.
Meine nächste fotografische Anlaufstelle war dann ein erleuchteter Turm in der Stadtmauer. Hier hat es sich auch wieder gezeigt, dass das Fotografieren in Großstädten den Vorteil hat, dass durch die starke Lichtverschmutzung der Himmel auch bei Dunkelheit immer noch Zeichnung in Langzeitbelichtungen hat.

Turm der Stadtmauer in der Warschauer Altstadt

Turm der Stadtmauer

Warschauer Stadtmauer

Stadtmauer

 

Nach den Aufnahmen von dem Turm der Stadtmauer war es schon recht spät und da ich früh am nächsten Morgen einen Termin hatte, beschloss ich vernünftig zu sein und zurück ins Hotel zu gehen.
Leider war ich nur eine Nacht in Warschau – die Altstadt bietet sicher noch Motive für einige weitere Foto-Streifzüge.

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