[Zwei Wochen Irland] North Mayo Cliffs

Carrowteige Children of Lir Loop

Wandern ist eine Sache, die mit unseren Kindern gut klappt. Zwar würden unser dreijähriger Sohn und unsere fünfjährige Tochter es nie offen zugeben, aber das Wandern macht ihnen Spaß. Also stand für meine Frau und mich schon vor der Abreise fest: Wenn es das Wetter zulässt, gehen wir in Irland wandern. Und Dank Empfehlungen aus dem Freundeskreis hatten wir auch eine Route im Auge. Einen Rundweg ausgehend von Carrowteige entlang der North Mayo Cliffs.
Allerdings ist es mit dem Wetter in Irland so eine Sache. Richtig gut ist es selten und regnen kann es immer. Selbst bei blauem Himmel und Sonnenschein gibt es keine Garantie, dass es nicht in einer halben Stunde anfängt zu regnen. Also muss man bei der Planung der Aktivitäten flexibel bleiben.
Als losgehen sollte nach Carrowteige, war das Wetter alles andere als vielversprechend. Wolkenverhangener Himmel und Nieselregen. Und trotzdem machten wir uns auf den Weg ans Ende des County Mayos. Während der zweieinhalb stündigen Anfahrt wendete sich alles zum besseren. Erst setzte der Regen aus und dann klarte es langsam auf. Als wir das Auto in Carrowteige, das sich vielmehr als Kreuzung als Dorf erwies, abstellte, schien die Sonne und nur vereinzelte Wolken waren am Himmel. Von Carrowteige ging es zu Fuß weiter – runter zur Küste und entlang der steilen North Mayo Cliffs. Da diese Klippen immer wieder dem Weidevieh zum Verhängnis wurden, errichteten die Farmer entlang der Klippen einen Wall, der über die Jahrhunderte repariert und erweitert wurde. Zwar wiesen die Warnhinweise expliziert daraufhin, nur auf der landwärts gewandten Seite des Walls zu laufen, doch durch das irische Wetter verwandelte sich der Torfboden in einen Sumpf. Um nicht knietief einzusinken, blieb nur auf dem Wall zu laufen. Obendrein hatte man von der Anhöhe des Walls einen besseren Ausblick auf die zerfurchten Klippen der Atlantikküste.
Die raue Steilküste passt sich perfekt in die unwirtliche Landschaft des County Mayos ein. Mit seiner kargen Vegetation und dünnen Besiedlung wirkt sie wie ein lebensfeindliches Ödland, zugleich macht das Unberührte und Wilde dieser Landschaft eine unglaubliche Schönheit aus. Die Art Landschaft, zu der eine kalte, steife Brise gehört. Hart und markant.
Die Begeisterung für die Landschaft erfasste die ganze Familie und so mussten viele Pausen eingelegt werden zum Ausblick genießen (meine Frau), Photographieren (ich) und Erkunden (die Kinder). Ohne Eile nahmen wir uns die Zeit, die Wanderung zu genießen. Und somit wurde aus einer dreistündigen Wanderung eine Fünfstundige.

Schlagwörter: , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.